Unser neuer Kaminofen – Die Vorbereitungen

26.10.2020

Mit einem Kamin- oder Pelletofen lassen sich bis zu 50 Prozent der Ausgaben an Heizkosten einsparen. Daher amortisieren sich auch die Anschaffungskosten eines solchen Gerätes, je nach Modell und Leistung, in einigen Jahren. Andererseits trägt jeder einzelne Wohnungs- oder Hausbesitzer mit dem Kauf eines modernen, holzbefeuerten Ofens dazu bei, die ausgestoßene Menge von klimaschädlichem CO2 zu verringern. Schließlich geht es gerade in dieser Zeit um eine einzigartige Behaglichkeit und kuschelig, entspannte Wohlfühlmomente.

Überlegungen vor dem Kauf

Zweifelsfrei stehen bei zahlreichen Kunden finanzielle oder ökologische Aspekte im Vordergrund. Andere wünschen sich den Ofen als stylischen Einrichtungsgegenstand, welcher das Zuhause deutlich aufwertet und mit seiner allgemein als äußerst angenehm empfundenen Strahlungswärme für Gemütlichkeit sorgt.

Gemütlicher Abend vor dem Kaminofen

Die wahrscheinlich wichtigste Frage im Vorfeld ist: Welche konkrete Aufgabe soll der neue Ofen übernehmen? Soll er als alleinige Heizquelle für das gesamte Objekt dienen beziehungsweise in der Übergangszeit die vergleichsweise teure Zentralheizung ersetzen? Und wie groß ist die zu beheizende Fläche, schließlich sind ständig komplett überhitzte Räume ebenso wenig sinnvoll, wie ein zu schwach ausgelegter Ofen?

In diesem Zusammenhang stellt sich ebenfalls die Frage, nach dem favorisierten Material. Der Korpus eines Kaminofens besteht üblicherweise aus hochwertigem Stahl. Vereinfacht gilt dabei: je stärker, umso besser.

Von einem Produkt dessen Wandstärke nicht mindestens 4 mm beträgt, sollten Sie auf jeden Fall die Finger lassen, die Gefahr, dass sich das Material bereits nach kurzer Zeit, vor allem am neuralgischen Punkt „Tür“, verzieht, ist zu hoch. Auch hinsichtlich des Türgriffs, dessen Befestigung, den Scharnieren, Dichtungen, der Feuerraumauskleidung oder des Rüttelrosts und Aschekasten, lohnt es sich, auf ein Qualitätsprodukt zu setzen und lieber etwas mehr auszugeben. Sonst haben Sie, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der geplant langen Nutzungsdauer, nur wenig Spaß mit dem neuen Wohnbegleiter.

Der betont schlichte, stylische Look des meist in Grau- oder Anthrazit-Tönen gehaltenen Stahls hat gleichzeitig den Vorteil, dass er eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit besitzt. Folglich steht die Wärme zeitnah im Wohnraum zur Verfügung. Nachteil: Die Energie kann nicht gespeichert werden.

An diesem Punkt kommt die Verkleidung des Kaminofens, die am eigentlichen Korpus angebracht wird, ins Spiel. Dabei kann es sich lediglich um eine sogenannte Topplatte, eine teilweise Verkleidung oder eine komplette Ummantelung handeln. Beim Material kann der Kunde meistens zwischen Speckstein, Naturstein (Sandstein, Marmor) oder keramischen Elementen, in unterschiedlichsten Farbtönen, wählen. Sämtliche Stilrichtungen, von klassisch über zeitlos modern bis rustikal, sind denkbar. Je stärker das Material beziehungsweise je größer die Masse, umso besser die Speicherfähigkeit der Ofenoberfläche, allerdings wird er auch immer schwerer.

Oder soll er in erster Linie für Atmosphäre sorgen und der Feuerzauber deshalb von mehreren verschiedenen Positionen in einem oder gleich mehreren Räumen zu beobachten sein? Wer überhaupt nicht an der Wärme interessiert ist, braucht mit einem innovativen Bioethanol-Kamin dennoch nicht auf das feurige Spektakel zu verzichten. Allerdings wird von verschiedensten Seiten auch immer wieder auf die diversen „Problemchen“ und Gefahren dieser „Deko-Feuerstellen“ hingewiesen.

Standort klären

Die meisten Kaminöfen werden vor einer Wand oder in einer Ecke des Wohn- oder Esszimmers oder der Küche aufgestellt. Bei einer nachträglichen Aufstellung ist in den meisten Fällen kein geeigneter Schornstein vorhanden. Mit einem, gegebenenfalls von einem Fachhandwerker auszuführenden Wanddurchbruch sowie den hochwertigen und zugleich flexiblen Schornstein-Komplettsets für die Außenwand ist eine Nachrüstung jedoch kein Problem.

Frei im Raum stehende Öfen sind aufgrund der Schornstein-Thematik eher die Ausnahme und deshalb üblicherweise nur in Neubauten anzutreffen. Eine nachträgliche Installation der Verrohrung durch ein Gebäude einschließlich Dachdurchbruch ist generell nicht unmöglich aber vergleichsweise sehr aufwändig.

Der Untergrund am Aufstellort muss selbstverständlich eben sein und genügend Tragkraft für einen Ofen haben, die Geräte können 300 kg und mehr wiegen.

Schornsteinhöhe klären

Spätestens an dieser Stelle sollte der örtliche Bezirksschornsteinfegermeister ins Spiel kommen. Eine Beratung wird meist kostenlos angeboten, dauert normalerweise nicht länger als eine halbe Stunde und vielleicht hat er ja noch den einen oder anderen wertvollen Tipp für Sie parat. Außerdem liegt die Abnahmepflicht bei ihm, vorher darf die Feuerstätte, also Kaminofen samt Schornstein, nicht in Betrieb gehen. Durch die Novellierung des Gesetzes zur Feuerstättenschau ist seit 2013 der Besitzer selbst für die fristgemäße Beauftragung und Durchführung der Prüfung seiner Anlage verantwortlich.

Die Mindesthöhe und den Mindestquerschnitt eines Schornsteins werden im Bundesimmissionsschutzgesetz, kurz BimSchG, geregelt. Dabei gilt es diverse Faktoren zu berücksichtigen, vor allen Dingen die Leistung der Feuerstätte, die Entfernung zum Nachbarhaus oder die Neigung des Daches. Gleichzeitig darf jedoch auch die maximal zulässige Gesamthöhe nicht überschritten werden.

Weil mit Feuer und Abgasen nicht zu spaßen ist, kommen eventuell darüber hinaus gehende Vorschriften der Landesfeuerungsverordnung sowie der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes hinzu. Aus Brandschutzgründen müssen nicht zuletzt die individuellen Besonderheiten des Grundstückes berücksichtigt werden, beispielsweise wenn das Gebäude am Hang liegt. Insbesondere bei einem Edelstahlschornstein ist für die optimale Wirkungsweise des neuen Kaminofens, neben der "Höhe über Dach", noch die sogenannte „wirksame Höhe“ ausschlaggebend. Diese Maß gibt den Abstand des Rauchrohreintritts bis zur Schornsteinmündung an.

Schornstein Skizze

Abstände einhalten – Sicher ist sicher!

Um die Gefahr eines Brandes bestmöglich auszuschließen, muss der Standort des neuen Kaminofens so gewählt werden, dass die vorgeschriebenen Mindestabstände zu Wänden und der Decke, sowie zu brennbaren oder temperaturempfindlichen Materialien eingehalten werden. Diese Werte hängen nicht zuletzt vom ausgewählten Modell ab, daher sind unbedingt die Angaben auf dem Typenschild des Ofens zu befolgen. Bei unseren Qualitätsherstellern genügen beispielsweise auf der Ofenrückseite meist schon 20 cm. Ein Kaminofen mit seitlichen Scheiben benötigt einen Abstand von mindestens 65 cm. Ein Sonderfall ist die Feuerraumtür, hier muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 80 Zentimetern eingehalten werden. Grundsätzlich geht es um Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie, daher bitte die Angaben etwas großzügiger bemessen. Einerseits kommt dann Ihr neues Schmuckstück sehr viel besser zur Geltung, andererseits gestaltet sich auch das Bestücken mit Brennmaterial, das Leeren des Aschebehälters sowie die Reinigung wesentlich komfortabler.

Für Schornsteine gelten andere Mindestabstände, wobei Edelstahlschornsteine eine Sonderstellung einnehmen. Der neuralgische Punkt bei einem Außenschornstein ist logischerweise die Wanddurchführung, vor allen Dingen, wenn brennbares Material in der Nähe ist. Deshalb unbedingt den Kaminkehrer einen Blick darauf werfen lassen.

Sicherheit für Ihren Bodenbelag

Wer bei seinem Neubauprojekt von vorneherein einen Kaminofen einplant, kann dies bei der Wahl des Bodenbelags entsprechend berücksichtigen. Liegt am geplanten Standort bereits ein Teppichboden, Parkett, Laminat oder Designbelag haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Das brennbare Material in einem entsprechend großzügig bemessenen Bereich entfernen und gegen einen feuerfesten Bodenbelag ersetzen. Wer sich gegebenenfalls noch für einen farblichen Kontrast entscheidet, schafft in der Kombination Kaminofen + Bodenbild einen tollen Eyecatcher. Noch spannender wird es übrigens, wenn die Wandgestaltung beispielsweise durch einen Mauerverblender direkt mit einbezogen wird. Positiver Nebeneffekt: Der in unmittelbarerer Umgebung des Kaminofens mit der Zeit zwangsläufig entstehende Ruß verschmutzt keine Tapete und kann gegebenenfalls ganz unproblematisch abgesaugt oder feucht abgewischt werden.
  • Wem dieser Aufwand zu groß ist, der verwendet eine ausreichend groß dimensionierte Bodenplatte. Diese sind aus unterschiedlichen Materialien, in verschiedenen Formen und Abmessungen erhältlich. Besonders unauffällig sind Funkenschutzplatten aus feuerfestem Glas, sie lassen sich außerdem hervorragend reinigen.

Sicherheit für Kinder und Haustiere

Hund vor dem Kaminofen

Ein Funkenschutzgitter war früher bei einem offenen Kamin unverzichtbar. Mittlerweile wurden diese Feuerstätten aufgrund ihrer Ineffizienz größtenteils mit Hilfe sogenannter Kamin- oder Heizkassetten „aufgerüstet“. Darüber hinaus empfehlen Fachleute heute Laubhölzer wie Buche, Esche, Birke oder Eiche, zu verbrennen. Nadelhölzer eignen sich hervorragend als Anzündholz, enthalten aber Harze, die beim Verbrennen spritzen. Werden sie im Kaminofen eingesetzt, wird nicht nur die Sichtscheibe verschmutzt, es besteht auch die Gefahr, dass beim Öffnen der Kaminofentür Glut nach draußen spritzt.

Wie Sie Ihren Kaminofen am besten reinigen, haben wir hier in einem gesonderten Beitrag für Sie zusammengestellt.

Kinder kommen beim Toben oder Versteckspielen dem Kaminofen gefährlich nahe, Kids sind von Natur aus neugierig. Die Größeren oder ältere Tiere erkennen möglicherweise die Gefahr durch die lodernden Flammen, wie heiß der Korpus tatsächlich sein kann, vermögen sie jedoch keinesfalls einzuschätzen. Gleichzeitig lässt es sich jedoch kaum einrichten, Kleinkinder, den Welpen oder das Kätzchen permanent zu beaufsichtigen. Das Klingeln des Telefons oder der Paketbote an der Haustür genügen, um äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Ofen zu machen.

Stabile und standfeste Kaminschutzgitter gibt es in unterschiedlichsten Designs und Längen. Besonders vielseitig und beliebt sind die Produkte mit vertikalen Stahlstäben, welche in der kurzen Version gerne als Treppenschutzgitter zum Einsatz kommen. Äußerst praktisch sind Modelle mit Zugangstür, bei welchen jedoch immer auch darauf zu achten ist, dass diese wieder geschlossen wird. Ein Funkenschutz ist heute übrigens auch als schlichtes Designelement aus Glas oder mit Edelstahlrahmen erhältlich.

Brennholz richtig lagern

Brennholz griffbereit im Holzkorb

Nicht nur Pfadfinder und Backpacker wissen, Feuer mit feuchtem Holz zu machen, ist nicht lustig. Es lässt sich kaum entzünden, qualmt und stinkt und die gewünschte Wärme bringt es ebenfalls nicht. Übertragen auf unseren Kaminofen bedeutet dies, das Gerät kann keine Leistung bringen, es kommt zu starker Ruß- und Kondensatbildung, schlimmstenfalls setzt sich Glanzruß im Rauchrohr und /oder Schornstein ab, was wiederum einen Kaminbrand (Rußbrand, Schornsteinbrand) zur Folge habe kann.

Ein wichtiger Punkt, welchen der zukünftig Ofenbesitzer deshalb unbedingt frühzeitig klären muss, ist: Welche Menge an Brennholz für eine Saison ungefähr benötigt wird und wo und wie dieses sinnvoll gelagert werden kann. Eine allgemeingültige Formel für den Holzbedarf anzugeben ist relativ schwierig, da die Heizgewohnheiten sehr individuell sind, ebenso wie die Gegebenheiten vor Ort. Die Holzart spielt eine Rolle, genauso wie die Witterung, die Dämmung des Gebäudes, die Raumgröße oder -höhe. Aber es macht keinen Sinn, eine komplette Seite des Hauses mit zig Raummetern Brennholz zuzustellen, wenn nur sporadisch ein Kaminfeuer entzündet wird. Anderseits nützt ein „kleines Plätzchen unter der Treppe“ wenig, wenn mit Hilfe eines neuen, leistungsstarken Ofens die Energiekosten signifikant gesenkt werden sollen. 

Im Freien wird Brennholz gerne entlang einer Hauswand gestapelt. Prinzipiell nicht schlecht, wenn es sich um die regenabgewandte Seite handelt, ein Dachüberstand vor Nässe von oben schützt und die Sonne vielleicht sogar noch beim Trocknen hilft. Von Vorteil wären dann noch ein ebener Untergrund, der Erdboden ist ungeeignet, da auch von hier aus Feuchtigkeit ins Holz ziehen kann, sowie eine ausreichende Luftzirkulation. Die Nachteile dabei sind einerseits Fenster und Türen, die im Weg sind, andererseits muss in irgendeiner Form, sowohl an den Seiten wie auf der Rückseite für eine stabile Begrenzung gesorgt werden. Und natürlich bieten die aufgestapelten Scheite „allem möglichen Getier“ einen wundervollen Unterschlupf.

Werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere Brennholzunterstände:

  • eine denkbar simple, optisch ausgesprochen attraktiv und auch dauerhafte Lösung

Die wichtigsten Unterschiede zwischen klassischem Kamin- oder Schwedenofen und hochmodernem Pelletofen / bei den verschiedenen Arten von Kaminöfen haben wir hier in einem gesonderten Beitrag für Sie zusammengestellt.