Wie finde ich den richtigen Boden?
Unsere Kundin berichtet von Ihren Erfahrungen bei der Suche nach dem geeigneten Boden im Zuge Ihrer Altbau-Rennovierung: Worauf legt Sie beim Thema Boden besonders wert, welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung und welcher Boden ist es letztendlich geworden? Ist ein Echtholzboden in der Küche eine gute Idee?
Diese und viele weitere Fragen werden im Video geklärt:
Video: Den richtigen Boden auswählen
5 Dinge, die Sie vor dem Kauf des Bodens beachten sollten!
1. Welcher Raum?
Je nachdem, in welchem Raum der Boden verlegt werden soll, werden unterschiedliche Ansprüche an den Boden gestellt. D.h. nicht jeder Boden eignet sich für die Verlegung in jedem Raum, oder in anderen Worten: Sollten Sie ein offenes Wohnkonzept anstreben und denselben Boden durchgehend in allen Räumen verlegen wollen, ist die Auswahl an geeigneten Bodenbelägen unter Umständen eingeschränkt.
- Küche & Bad: Feuchtigkeit, Spritzer, stehendes Wasser. → wasserresistente Beläge (z. B. Vinyl/Designboden, Mineral-/Steinverbund, spezielle „Waterproof“-Laminatlinien).
- Wohn- & Schlafzimmer: Komfort, Optik, Akustik. → Parkett (warm, natürlich) oder Laminat (pflegeleicht, günstig).
- Flur & Eingangsbereich: Hohe Beanspruchung, Schmutz, Kiesel. → robust & kratzfest (Laminat mit hoher Nutzungsklasse, Vinyl mit starker Nutzschicht).
- Hauswirtschaft/Abstellraum: Funktionalität. → pflegeleichte Böden, die Nässe verzeihen.
2. Raumgröße
Die Größe des Raumes beeinflusst einerseits die Wirkung des Bodens und andererseits die Art der Verlegung: Eine schwimmende Verlegung mit Klick-System ist nur eingeschränkt möglich, ab einer gewissen Flächengröße muss der Boden fest verklebt werden. Zu guter Letzt steigt natürlich auch das benötigte Budget, je mehr Material sie benötigen.
- Optik: Breite Dielen strecken kleine Räume; schmale/kurze Formate wirken in großen Räumen lebendiger.
- Kosten: Je größer die Fläche, desto relevanter werden Materialpreis/m² + Verschnitt + Verlegeart.
- Verlegeart nach Fläche:
- Schwimmend (Klick): Schnell, rückbaubar. Ideal für kleinere bis mittlere Räume.
- Verklebt: Bei großen, durchgehenden Flächen oft Pflicht (Dehnfugen!); sorgt für bessere Raumakustik und Wärmeleitung auf FB-Heizung.
3. Kinder & Haustiere
Wie wird der Boden im Alltag beansprucht? Haben Sie Kinder und Haustiere oder Planen Sie in der Zukunft Ihre Familie durch den ein oder anderen Zwei- oder Vierbeiner zu erweitern? Dann berücksichtigen Sie diesen Faktor unbedingt bei der Wahl eines geeigneten Bodens!
- Kratzfestigkeit: Laminat (hohe Nutzungsklasse) und Mineral-/Steinverbund sind unempfindlich; Vinyl mit dicker Nutzschicht ist robust, aber auf Möbelgleiter achten.
- Fleckschutz & Reinigung: Glatte, geschlossene Oberflächen sind schneller sauber. Bei Parkett: geölte Oberflächen lassen sich punktuell ausbessern, lackierte sind pflegeleicht, aber bei Schäden schwerer zu reparieren.
- Trittschall: Weichere Beläge (Vinyl, Kork) dämpfen Schritte – angenehm in Kinderzimmern.
Praxis-Tipp: Kratzquellen minimieren (Filzgleiter, Teppichläufer im Flur, Kratzschutz an Stuhlbeinen).
4. Pflegeaufwand
Wie viel Zeit können und wollen Sie in die regelmäßige Pflege Ihres Bodenbelags investieren?
- Parkett:
- Geölt: natürliche Haptik, diffusionsoffen; regelmäßig nachölen, kleine Macken lokal reparierbar.
- Lackiert: pflegeleichte Oberfläche; bei größeren Schäden meist komplettes Schleifen nötig.
- Laminat: sehr pflegeleicht; feucht wischen, keine stehende Nässe.
- Vinyl/Designboden & Mineralverbund: unkompliziert, feucht wischbar, viele Serien wasserresistent.
Faustregel: Wer möglichst wenig Pflege möchte, greift zu Laminat oder Vinyl. Wer natürliche Haptik liebt und Pflege nicht scheut, wählt Parkett.
5. Bauliche Vorraussetzungen
Untergrund & Technik entscheiden mit.
- Untergrundprüfung: Ebenheit (Unebenheiten spachteln), Trockenheit, Festigkeit.
- Trittschalldämmung: Passend zum Boden wählen (bei Klickböden oft integriert oder separat nötig).
- Fußbodenheizung:
- Achte auf Eignung des Belags.
- Wärmedurchlasswiderstand möglichst niedrig (verklebt leitet Wärme besser als schwimmend).
- Feuchträume: Auf Aufquellschutz und fugenarme Lösungen achten; Randbereiche sorgfältig abdichten.
Checkliste vor dem Kauf: Untergrund eben? Heizung vorhanden? Feuchtezonen? Übergänge zu anderen Räumen? Türblätter/Einbauhöhen?
