Mit allen Sinnen: Achtsamkeit

14.04.2021

Den modernen Menschen bewegen viele Themen. Eines, das uns fast tagtäglich begegnet und gerade zum Schlagwort unserer Zeit avanciert, ist Achtsamkeit. Doch was bedeutet Achtsamkeit im Alltag? Und welchen positiven Nutzen kann man daraus ziehen? Lässt sich Achtsamkeit einüben? 


Diese Fragen haben wir unserem Redakteur Sven Tews gestellt, der sich mit dem Thema Achtsamkeit intensiv auseinandergesetzt hat und schon seit Jahren einen achtsamen Lebensstil pflegt.


Einfach mal die Füße hochlegen

Es gibt viele Definitionen von Achtsamkeit, wie würdest Du Achtsamkeit beschreiben?

Achtsamkeit bedeutet: mit allen Sinnen hinein in den Moment. Der Fokus aller Gedanken und Wahrnehmungen liegt im Hier und Jetzt. Alle Sinneseindrücke bündeln sich, der Geist wird frei und unabhängig von dem, was gestern war und vielleicht morgen sein wird. Daher wirkt Achtsamkeit befreiend auf den Geist, weil alle grüblerischen Gedanken über Vergangenes, Zukünftiges sowie Ungewisses entfallen. Sie zeichnet sich als ein probates Mittel bei der Bewältigung von Stress und bei der Prävention eines Burn-Outs aus. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen: Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden steigen. Um diesen mentalen, achtsam-fokussierten Zustand zu erreichen, braucht es allerdings ein bisschen Übung.

Wie sieht die aus? Wie kann man Achtsamkeit einüben? 

Meditation, das „Sinnen“, um seine „innere Mitte“ zu finden, genau das bedeutet der Begriff übersetzt, ist eine solche Praxis. In vielen Kulturen und Religionen, z. B. bei tibetanischen Mönchen, wird Meditation gepflegt und im Alltag gelebt. Ich glaube, viele Menschen sehnen sich, ob bewusst oder nicht, nach meditativen Zuständen. Das hat auch etwas mit unserem Alltagsleben zu tun. Wir sind es gewohnt, ständig und überall erreichbar zu sein, erledigen spielend drei Dinge auf einmal und verbringen viel Zeit in geschlossenen Räumen. Das schlaucht auf Dauer und da braucht es einen Ausgleich.

Sven Tews - Redakteur:

Sven Tews ist einer unserer Redakteure bei den KÖMPF-Onlineshops. Hauptsächlich schreibt er unsere Blogbeiträge und ist zuständig für das Content Management. 

  • In seiner Freizeit kocht und grillt Sven sehr gerne. 
  • Sein Vorhaben: Öfter in Deutschland wandern zu gehen.

Man kann also bewusst meditieren - aber wo lässt sich Achtsamkeit im Alltag erfahren? 

Es liegt eigentlich nahe und im Menschsein begründet: Der Schlüssel liegt in der Natur, unserem natürlichen Lebensraum, dem Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ein rauschender Bach, der Wind, der durch die Baumwipfel saust, Wolken, die im Blickfeld vorbeiziehen. Regentropfen, die in Strömen vom Himmel rauschen und gegen die Fensterscheibe klatschen, Meereswogen, die rhythmisch am Strand anrollen und sich zurückziehen. Zuckende Blitze und Donnergrollen, die jede Nervenfaser durchdringen. Merkst du was? Dies sind Kraftaugenblicke, die den Menschen ganz automatisch in die Gegenwart versetzen, ihn im Hier und Jetzt verankern. Kraft schöpfen, Loslassen, Entschleunigen: Genau das ist Achtsamkeit.


Inspirierende Umgebung schaffen: Leises Wasserplätschern genießen, dem Wasserspiel zusehen, den Wind auf der Haut spüren. Der eigene Garten versetzt einen automatisch ins Hier und Jetzt!

Achtsamkeit im Alltag – wie kann die aussehen? Was braucht es dazu?

Um achtsame Momente im Alltag zu zelebrieren und ihnen bewusste Aufmerksamkeit zu schenken, braucht es nicht viel. Zeit für Muße, einen ruhigen Augenblick und das Fokussieren auf etwas Rhythmisches, Wiederkehrendes wie den rauschenden Bach. In der Meditation wird die Konzentration daher oft auf das regelmäßige Ein- und Ausatmen gelenkt. 

Svens Checkliste:

  • früher aufstehen
  • ausgedehnt strecken
  • Lieblingssong hören
  • 10 tiefe Atemzüge
  • Tag visualisieren
  • Lächeln üben

Was kann man noch tun, um mehr Achtsamkeit in den Alltag zu bringen? Welche Tipps hast Du?

Da gibt es viel, was man selbst aktiv machen kann: Sich regelmäßige Pausen und Auszeiten gönnen. Entweder zum bewussten Meditieren oder, um der Natur Aufmerksamkeit zu schenken. Multi-Tasking kennt jeder von uns, aber genau das ist ein Verhalten, das Bewusstheit ausschließt. Letztlich kann sich der Mensch nur auf eine Sache konzentrieren. Mit anderen Worten: Es ist besser, wenn man Dinge einzeln, nacheinander angeht und sie bewusst erledigt, statt alles auf einmal abhaken zu wollen. Ein weiterer Tipp: Aus Routinen ausbrechen! Alles, was normalerweise im Autopiloten erledigt wird, verhindert, dass Kleinigkeiten und Abläufe bewusst erfahren werden. Sei immer bei der Sache, die du gerade tust. Es gibt da noch einen Trick; man kann seine Wahrnehmung schärfen, ­indem man alle Sinneskanäle durchgeht und sich bewusst macht, was man gerade riecht, spürt, schmeckt. Das versetzt einen automatisch in das Hier und Jetzt. 

Inwieweit spielt die Umgebung eine Rolle? Kann sie inspirierend wirken?

Ja, absolut. Wir beschäftigen uns beruflich viel mit den Themen Garten und Gartentrends und der Schwerpunkt liegt ganz klar darauf, den Garten und die eigenen vier Wände als Ruhezone und letztlich als Ort der Achtsamkeit zu sehen. Unsere Kunden schaffen sich ihre eigenen Ruheplätze und gestalten den Garten so, dass sie sich besonders wohl dort fühlen.

Und das ist auch ein weiterer, wichtiger Tipp: Richte dir selbst Ruhezonen für mehr Achtsamkeit ein, im Haus oder Garten. Das können Plätze sein, an denen du dich besonders wohl fühlst wie zum Beispiel eine bequeme Liege, von der aus du in den Himmel schauen kannst oder eine Hängematte unter deinem Lieblingsbaum. Besonders das Element Wasser spielt eine wesentliche Rolle, um das Wohlbefinden zu steigern. Ein Garten mit Schwimmteich oder Teich mit integriertem Wasserspiel lädt zum Abschalten und Innehalten ein. Aber auch, wer weniger Platz hat, kann Wasserelemente auf der Terrasse oder dem Balkon platzieren. Es gibt viele Möglichkeiten, um das Bei-sich-sein an einem schönen Ort zu zelebrieren. Probiere es einfach aus, ein achtsames Leben lohnt sich!